Nachdem vor 3 Jahren das Entwicklerteam um den Internet Explorer aufgelöst wurde, hat Microsoft nun beschlossen, den Browser weiter zuentwickeln.
Dazu werden nun Web Entwickler gefragt, was den genau behoben und was genau implementiert werden soll. Sicherlich nicht wenig, gibt es doch kein Mangel an Sicherheitslücken, Inkompatibilitäten zu diversen Web-Standards sowie zahlreicher CSS-Bugs.
Unter den meistgewünschten Features befindet sich unter anderem die Unterstützung für Alpha-Transparenz bei PNG-Grafiken. Dieses Feature, mit welchem Webseiten teilweise deutlich ansprechender gestaltet werden könnten, ist derzeit nur über umständliche Hacks (u.a. dem Erstellen einer speziellen Grafik extra für den Internet Explorer und Verwenden von nicht standard-konformem CSS) zu realisieren, welche ihrerseits wiederum anderweitig Nachteile mit sich bringen. Der Wunsch nach Unterstützung von skalierbaren Vektorgrafiken in Form des offenen SVG-Standards dürfte wohl weiterhin ein solcher bleiben, da Microsoft offenbar mit Longhorn dem Markt ein eigenes zu keiner existierenden Technologie kompatibles Vektorgrafik-Format aufzwingen will. Das bereits existierende SVG-Plugin von Adobe ist lediglich auf einem verschwindend geringen Anteil an PCs installiert und somit derzeit keine Alternative.
Weiterhin wird bessere Unterstützung für CSS (Cascading Stylesheets) gefordert. So fehlt unter anderem funktionierende Unterstüzung für die nützlichen Eigenschaften „min-width”, „max-width”, „min-height” und „max-height”. Zudem kann der Pseudo-Selektor „:hover” lediglich auf Links angewendet werden, wohingegen eine mögliche Anwendung auf alle anderen HTML-Tags die Möglichkeiten bei der Gestaltung von dynamischen Elementen auf Webseiten erweitern würde. Auch von der Möglichkeit, Elemente auf Websites fest an einer bestimmten Stelle zu positionieren ohne dass sich diese beim Scrollen verschieben (CSS-Eigenschaft „position:fixed”) hat der Internet Explorer noch nichts gehört, obwohl alle in diesem Abschnitt genannten Features zum 1998 verabschiedeten CSS2-Standard gehören und bei der Konkurrenz seit langem umgesetzt sind.
Auch aus Sicht des Surfers ließe sich am Internet Explorer einiges verbessern. Der Internet Explorer hat ohne inoffizielle Addons, bei denen immer ein fader Beigeschmack aufgrund eventuell enthaltener Spyware bleibt, keine Unterstützung für Tabs - ein Feature, das zahlreiche Surfer trotz anfänglicher Skepsis nach einem Probelauf nicht mehr missen wollen. Zudem lassen sich Schriften mit festen Größenangaben in Pixeln, zu welchen Webdesigner teilweise notgedrungen greifen müssen, im Internet Explorer im Gegensatz zu anderen Browsern nicht an die individuellen Sehverhältnisse anpassen. Immerhin einen Popup-Blocker wird Microsoft mit dem für die nächsten Monate anstehenden Service Pack 2 für Nutzer von Windows XP nachliefern.
Dennoch wird es erst die neue Version als Implementierung in Longhorn geben, weshalb die Benutzer noch eine Zeit mit den Unzulänglichkeiten leben müssen.